Balkonkraftwerke 2026: Weniger Neuanlagen im September, doch der Markt verändert sich
Mehr als 1,5 Millionen Balkonkraftwerke sind bereits in Betrieb
Balkonkraftwerke werden größer: Vier Module gewinnen an Bedeutung
„Eine unserer Auswertungen vom September 2026 zeigte beispielsweise, dass unter den damals erfassten Neuanlagen des Jahres 2026 rund 49 Prozent mit vier Solarmodulen ausgestattet waren. Zwei-Modul-Systeme kamen auf rund 41 Prozent. Das klassische Balkonkraftwerk mit zwei Modulen bekommt damit zunehmend Konkurrenz von größeren Anlagen. Vier moderne Solarmodule können zusammen beispielsweise 1.800 bis 2.000 Wp Nennleistung erreichen."
Mehr Modulleistung bedeutet allerdings nicht automatisch mehr Einspeiseleistung. Im Rahmen der vereinfachten gesetzlichen Steckersolarregelungen gelten weiterhin höchstens 2.000 Wp installierte Modulleistung und insgesamt 800 VA Wechselrichterleistung. Welche Anschlussart technisch geeignet ist, richtet sich nach der Ausführung des Systems und den einschlägigen Sicherheitsanforderungen.
Warum größere Balkonkraftwerke interessant sind
Wer vier statt zwei Solarmodule installiert, kann unter geeigneten Bedingungen mehr Solarstrom erzeugen. Besonders interessant ist das morgens, am späten Nachmittag oder bei weniger intensiver Sonneneinstrahlung. Denn Solarmodule erreichen ihre Nennleistung nur unter standardisierten Testbedingungen.
Im Alltag beeinflussen Sonnenstand, Temperatur, Bewölkung, Ausrichtung und Verschattung die tatsächliche Leistung. Eine größere Modulfläche kann dazu beitragen, häufiger ausreichend Strom für die Verbraucher im Haushalt bereitzustellen. Der Wechselrichter begrenzt dabei weiterhin die Abgabe an das Hausnetz.
Auch Batteriespeicher wie die Anker SOLIX 3 Pro oder Anker SOLIX 4 Pro erweitern die Nutzungsmöglichkeiten. Sie können tagsüber erzeugten Solarstrom aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt im Haushalt bereitstellen.
„Ob ein Speicher sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wann der Strom benötigt wird und wie viel überschüssige Solarenergie zum Laden verfügbar ist. Eine größere Anlage oder ein zusätzlicher Speicher ist deshalb nicht automatisch für jeden Haushalt die wirtschaftlich bessere Wahl", so Markus Struck.
Lohnt sich die Anschaffung eines Balkonkraftwerks auch im Herbst?
Im Herbst und Winter fällt der Solarertrag in Deutschland normalerweise deutlich geringer aus als im Frühjahr und Sommer. Das ist bei der Planung zu berücksichtigen, spricht aber nicht grundsätzlich gegen eine Anschaffung in der zweiten Jahreshälfte. Wer sich jetzt mit einem Balkonkraftwerk beschäftigt, kann den Montageort prüfen, die passende Modulanzahl auswählen und den voraussichtlichen Jahresertrag berechnen.
„Wichtig bleibt außerdem eine sichere Installation. Bei Steckersolargeräten ohne Speicher sieht die DIN VDE V 0126-95 für geeignete Haushaltsstecker höchstens 960 Wp Modulleistung vor. Für bis zu 2.000 Wp ist nach dieser Produktnorm eine spezielle Energiesteckvorrichtung vorgesehen, deren Steckdose durch eine Elektrofachkraft installiert werden muss. Steckersolargeräte mit Batteriespeicher fallen bislang nicht unter diese Produktnorm". sagt Christian Ofenheusle, Head of Regularity & Public Affairs bei kleines kraftwerk.
Fazit: Der Balkonkraftwerk-Markt entwickelt sich weiter
Die Septemberzahlen zeigen, dass sich das Tempo beim Ausbau der Balkonkraftwerke abgeschwächt hat. Das sollte man nicht kleinreden. Genauso wenig wäre es aber gerechtfertigt, aus einem einzelnen Monatswert das Ende des Steckersolar-Booms abzuleiten.
Mehr als 1,5 Millionen registrierte Anlagen und über 327.000 Neuanlagen allein in den ersten neun Monaten 2026 verdeutlichen, welche Bedeutung diese Form der privaten Stromerzeugung inzwischen erreicht hat.
Gleichzeitig verändern sich die Systeme. Vier Solarmodule gewinnen an Bedeutung, die durchschnittliche Modulleistung steigt und Speicher bieten zusätzliche Möglichkeiten, selbst erzeugten Solarstrom zeitlich versetzt zu nutzen. Für Verbraucher bleibt deshalb weniger die Frage entscheidend, wie viele Balkonkraftwerke andere Menschen gerade kaufen. Wichtiger ist, welches System zur eigenen Wohnsituation, zum verfügbaren Platz und zum Stromverbrauch passt.








