Was passiert mit meinem Balkonkraftwerk bei einem Stromausfall?
Frage des Tages
Unsere „Frage des Tages“ beantwortet werktags eine häufige Frage zu Balkonkraftwerken, Speichern und Solartechnik – verständlich, fundiert und kompakt.
Die kurze Antwort
Bei einem normalen netzgekoppelten Balkonkraftwerk hast du bei einem Stromausfall in der Regel keinen Solarstrom in deiner Steckdose – selbst wenn draußen die Sonne scheint. Der Wechselrichter benötigt das vorhandene Stromnetz für den normalen Netzparallelbetrieb. Fällt das Netz aus, darf das Balkonkraftwerk nicht einfach weiter Strom in den Haushaltsstromkreis einspeisen.
Anders kann es bei einem Balkonkraftwerk mit geeignetem Speicher und ausdrücklich vorgesehener Notstromfunktion aussehen. Einige Speicher können bei einem Netzausfall beispielsweise über eine separate Notstromsteckdose ausgewählte Geräte versorgen.
Warum ist das so?
Ein übliches Balkonkraftwerk arbeitet parallel zum öffentlichen Stromnetz. Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Solarmodule in Wechselstrom um und speist ihn in deinen Haushaltsstromkreis ein. Für netzgekoppelte Erzeugungsanlagen gelten technische Anforderungen. Dazu gehört der Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz). Die aktuelle VDE-AR-N 4105:2026-03 enthält entsprechende Anforderungen für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz (hier erfährst du mehr über die VDE-Norm).
Das bedeutet für den normalen Betrieb: Ein gewöhnliches Balkonkraftwerk wird bei einem Netzausfall nicht einfach zum kleinen Inselkraftwerk für deine Wohnung.
„Das ist auch eine wichtige Sicherheitsfunktion. Ein ausgefallenes öffentliches Netz darf nicht unkontrolliert von angeschlossenen Erzeugungsanlagen weiter mit Spannung versorgt werden", sagt Christian Ofenheusle, Senior Inhouse Consultant bei kleines kraftwerk.
Falls du dich fragst, was bei einem Balkonkraftwerk mit Speicher die Antwort ist, gehen wir hier nur kurz darauf ein. Ein Speicher bedeutet nicht automatisch Notstrom bei einem Stromausfall. Entscheidend ist, ob dein System eine entsprechende Not- oder Ersatzstromfunktion bietet.
Einige Speicher haben dafür eine separate Notstromsteckdose. Darüber kannst du – abhängig von der verfügbaren Leistung – einen Router, eine Lampe oder ein Ladegerät versorgen. Bei manchen Systemen kann der Speicher währenddessen über die Solarmodule weiter geladen werden. Ganz wichtig: Ob das möglich ist, hängt immer vom jeweiligen Speichersystem ab.
Das solltest du beachten
Prüfe beim Kauf eines Speichers ausdrücklich, ob Notstrom oder Ersatzstrom unterstützt wird. Diese Begriffe sind nicht gleichbedeutend mit einem normalen Speicherbetrieb.
Entscheidend sind außerdem die maximale Ausgangsleistung, die Kapazität des Speichers und die konkrete Ausführung des Systems. Geräte mit hoher Leistungsaufnahme können eine Notstromversorgung schnell an ihre Grenzen bringen. Auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die verfügbare Leistung durch den jeweiligen Wechselrichter beziehungsweise das Speichersystem begrenzt ist.
Versuche außerdem nicht, dein Balkonkraftwerk bei einem Stromausfall durch improvisierte Verkabelungen oder andere Eigenlösungen weiter in das Hausnetz einspeisen zu lassen. Nutze ausschließlich die vom Hersteller ausdrücklich vorgesehenen Betriebsarten und Anschlüsse.
Das Fazit
Ein normales Balkonkraftwerk versorgt deine Wohnung bei einem Stromausfall nicht weiter. Auch Sonnenschein ändert daran nichts. Möchtest du während eines Stromausfalls bestimmte Geräte weiter betreiben, brauchst du ein System, das ausdrücklich eine entsprechende Not- oder Ersatzstromfunktion unterstützt. Bei manchen Balkonkraftwerk-Speichern (wie der Anker SOLIX 4 Pro) ist dafür eine separate Notstromsteckdose vorgesehen.
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