Spürbar niedrigere Strompreise erst in den 2030er Jahren: Was Reiches Aussage für dich bedeutet
Was Reiche konkret gesagt hat
Auf die Frage, ob sie von sinkenden Strompreisen für Verbraucher ausgehe, antwortete Reiche wörtlich: „Mittelfristig, aber nicht kurzfristig.“ Noch deutlicher wurde sie mit Blick auf den Zeithorizont: „Spürbare Entlastungen werden wir erst in den 2030er Jahren sehen.“
Das bedeutet im Klartext: Wer auf schnelle Entlastung bei der nächsten Stromabrechnung gehofft hat, muss sich nach Einschätzung der Ministerin auf mehrere weitere Jahre mit spürbaren Preisbelastungen einstellen.
Gleichzeitig wies Ministerin Reiche Kritik zurück, wonach ihre Reformpläne die Energiewende ausbremsen würden. Ihr Ziel sei eine Energiewende, die Klimaschutz, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit für die Bürger, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts und einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld miteinander verbindet.
Warum es so lange dauert
Das Kabinett hat bereits eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und ein Netzpaket auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Energiewende kosteneffizienter zu gestalten und steigende Strompreise zu bremsen.
Ein wesentlicher Kostentreiber sind nach Angaben von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche die Netzentgelte.
Künftig sollen Windkraft- und Freiflächen-Photovoltaikanlagen deshalb verstärkt dort entstehen, wo ausreichend Netzkapazitäten vorhanden sind. So soll unnötiger Netzausbau vermieden werden. Zudem soll das Netz künftig flexibler ausgelegt werden, da die bisherige Auslegung auf eine maximale Anschlusskapazität in der Praxis kaum ausgeschöpft wird. Die Einsparungen werden allerdings erst mittelfristig wirksam.
Bestehende EEG-Förderzusagen beeinflussen die Strompreise weiterhin. Als weiteren wichtigen Faktor nannte Reiche den Gaspreis: Günstigere und breiter diversifizierte Gasimporte könnten auch die Kosten der Stromerzeugung senken.
Was das für dich als Verbraucher bedeutet
"Die politischen Weichen sind gestellt, doch sinkende Strompreise lassen auf sich warten. Reformen bei Netzen und EEG wirken erst nach Jahren, sodass bis in die 2030er-Jahre kaum mit spürbaren Entlastungen durch politische Maßnahmen zu rechnen ist.
Wer seine Stromkosten früher senken möchte, muss selbst aktiv werden. Im Gegensatz zu politischen Reformen wirken Maßnahmen wie ein geringerer Stromverbrauch oder die eigene Stromerzeugung unmittelbar – und machen unabhängiger von der weiteren Preisentwicklung", sagt Christian Ofenheusle, Senior Inhouse Consultant bei kleines kraftwerk.
Balkonkraftwerke: Selbst etwas gegen die Stromrechnung tun
"Anders als die von Ministerin Reiche skizzierten strukturellen Reformen, deren Wirkung frühestens in den 2030er Jahren zu erwarten ist, wirkt ein Balkonkraftwerk unmittelbar: Es senkt deinen Stromverbrauch aus dem Netz ab dem Tag der Inbetriebnahme und macht dich damit ein Stück weit unabhängiger von der allgemeinen Preisentwicklung – schon heute, ganz ohne auf politische Zeithorizonte warten zu müssen."






