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Wie sich ein E-Auto mit Balkonkraftwerk-Strom laden lässt

6. Juli 2026
Marion Helmes

Marion Helmes

Autor/in

Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in großen Verlagshäusern und in der PR bringt Marion tiefes Kommunikations-Know-how in die Redaktion von Kleines Kraftwerk. Seit 2025 berichtet sie dort über alle relevanten Themen rund um Erneuerbare Energie.

Wie sich ein E-Auto mit Balkonkraftwerk-Strom laden lässt - Kleines Kraftwerk
Strom selbst erzeugen und damit das Auto laden – das klingt nach Zukunft, ist aber schon heute machbar. Die Frage ist nur: Mit welchem Setup, mit welchen Produkten, und was kostet das wirklich?

Was ein einzelnes Balkonkraftwerk schafft – und was nicht

Ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt Einspeiseleistung liefert je nach Modulzahl, Standort und Ausrichtung heute realistisch zwischen 800 und 1.000 kWh Strom im Jahr. Ein Duo-Set mit zwei Modulen kommt in der Praxis auf rund 900 bis 1.000 kWh jährlich.

Zum Vergleich: Ein Elektroauto verbraucht im Realbetrieb häufig um die 18 kWh auf 100 Kilometer. Wer 12.000 km im Jahr fährt, braucht dafür also grob 2.100 kWh allein fürs Auto – deutlich mehr, als ein einzelnes Balkonkraftwerk liefern kann. Wer sein E-Auto sinnvoll mit Solarstrom versorgen will, muss also über ein einzelnes Steckersolargerät hinausdenken.

Welche Produkte funktionieren – und warum diese Kombination

Aktuelle Einstiegsmodelle (Stand: 6. Juli 2026):
  • Duo XL – 1.000 Wp, 2 bifaziale TopCon-Module, Hoymiles-Wechselrichter HMS-800-2WB
  • Duo BC – 960 Wp, 2 bifaziale BC-Module
  • Quattro XL – 2.000 Wp, 4 TopCon-Module, ohne Speicher oder mit Anker SOLIX 3 Pro Speicher

Das zentrale Problem beim E-Auto-Laden mit Mini-PV

Solarstrom fällt tagsüber an, das Auto steht oft nachts in der Garage. Ohne Speicher verpufft der selbst erzeugte Strom ungenutzt ins Netz.
Die Anker SOLIX Solarbank 3 Pro löst dieses Problem. Sie bietet:
  • 2,68 kWh Speicherkapazität (erweiterbar bis 16,12 kWh durch Zusatzakkus)
  • Vier MPPT-Eingänge für bis zu acht Solarpanels
  • Integration in das Anker-Ökosystem inklusive App-Steuerung

Wer mehr Kapazität braucht: Der Anker SOLIX BP2700 Erweiterungsakku stockt die Speicherkapazität modular auf.

Anker Wallbox + Power Dock: das System für die Garage

Damit der Solarstrom auch im Auto landet, braucht es zwei weitere Komponenten:

Anker SOLIX Power Dock – verbindet bis zu vier Anker Solarbänke zu einem gemeinsamen System. In der größten Ausbaustufe sind möglich:


  • PV-Eingangsleistung bis zu 14,4 kW
  • Speicherkapazität bis zu 64,5 kWh
  • AC-Ausgangsleistung bis zu 4,8 kW


Wichtig für die Planung: Der Power Dock hat keine eigenen MPPT-Eingänge. Die Solarmodule werden weiterhin direkt an den einzelnen Solarbänken angeschlossen, der Power Dock bündelt anschließend deren Leistung und steuert den Energiefluss – auch in Richtung Wallbox.


Anker SOLIX V1 (Ladegerät fürs E-Auto) – aktuell verfügbar sind Varianten mit:

  • einphasig bis 7,4 kW
  • dreiphasig bis 11 kW


Das Ladegerät wird über die Power-Dock-Anbindung angesteuert und lädt automatisch dann, wenn überschüssiger Solarstrom zur Verfügung steht.

Was ist eine Wallbox?

Eine Wallbox lädt dein E-Auto sicher und deutlich schneller als eine normale Steckdose. Sie wird an der Wand oder einer Standsäule montiert und verbindet dein Fahrzeug sicher mit dem Stromnetz.

Das solltest du bedenken: Die Ladeleistung der Wallbox liegt deutlich über der typischen Solarproduktion eines Balkonkraftwerks. In der Praxis wird daher meist eine Kombination aus Solarstrom, Speicherstrom und Netzstrom genutzt.

Wie ein sinnvolles System aussieht – Schritt für Schritt erklärt

  • Bedarf ermitteln. Wie viele Kilometer fährst du im Jahr, wie hoch ist dein Grundverbrauch im Haushalt? Daraus ergibt sich, wie groß Modulfläche und Speicher ausfallen sollten.
  • Basis-Set wählen. Für den Einstieg eignet sich das Quattro XL mit 2.000 Wp – die maximale Modulleistung, die im Rahmen eines klassischen Balkonkraftwerks noch sinnvoll ist.
  • Speicher ergänzen. Die Solarbank 3 E2700 Pro sorgt dafür, dass tagsüber erzeugter Strom auch abends noch verfügbar ist.
  • Bei Bedarf auf mehrere Speicher erweitern. Wer merkt, dass eine Solarbank nicht reicht, verbindet über den Power Dock bis zu vier Einheiten miteinander.
  • Wallbox integrieren. Erst mit dem Power Dock lässt sich ein Ladegerät fürs E-Auto sinnvoll anbinden, sodass überschüssiger Solarstrom automatisch ins Auto statt ins Netz fließt.

Wichtig: Sobald ein Power Dock ins Spiel kommt, handelt es sich technisch nicht mehr um ein einfaches Balkonkraftwerk, sondern um eine vollwertige PV-Anlage. Anschluss und Anmeldung müssen dann von einer Elektrofachkraft übernommen werden.

Was ein solches System kostet

Ein Bundle aus kleines kraftwerk Quattro XL (2.000 Wp) mit der Anker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro kostet aktuell 1489 Euro, das Set mit der Anker SOLIX 4 Pro 1899 Euro. Das Power Dock (289 Euro) und das Ladegerät (ab 420 Euro) kommen als separate Investition hinzu


Zum Vergleich: Eine klassische Dach-PV-Anlage mit 5–10 kWp kostet inklusive Installation meist zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Ein modulares Balkonkraftwerk-System mit Speicher und Power Dock liegt spürbar darunter und lässt sich Schritt für Schritt aufbauen – ganz ohne Dachmontage.

Das Fazit

Ein einzelnes Balkonkraftwerk reicht nicht, um ein E-Auto sinnvoll zu versorgen. Ein System aus mehreren Modulen (wie dem Kleines Kraftwerk Quattro-XL), einem Anker SOLIX Speicher, dem Power Dock und der Anker Wallbox kann das jedoch leisten – modular, schrittweise aufbaubar und ohne Dachmontage.
Das ist kein Allheilmittel, aber ein ehrlicher Kompromiss: mehr Eigenverbrauch, weniger Netzabhängigkeit, niedrigere Stromkosten – und das E-Auto läuft zumindest teilweise auf selbst erzeugtem Solarstrom.

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