Du nutzt bereits ein Balkonkraftwerk und fragst dich jetzt,was eigentlich mit dem Strom passiert, den du gerade nicht verbrauchst? Verdampft der? Wird er verschenkt? Oder speichert den jemand heimlich für dich?
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Nichts geht verloren. Aber was genau passiert, hängt davon ab, wie dein Setup aussieht – und wie viel du selbst nutzt. Kleines Kraftwerk rechnet in diesem Ratgeberbeitrag vor und zeigt, wie viel Ertrag realistisch ist und ebenso, wie hoch deine jährliche Ersparnis ausfallen wird.
Vorab: So funktioniert ein Balkonkraftwerk
Ein Balkonkraftwerk (auch Mini-PV-Anlage oder Steckersolargerät genannt) produziert tagsüber Strom, sobald Licht auf die Solarmodule trifft. Ein Wechselrichter wandelt diesen Strom in haushaltsüblichen Wechselstrom um und speist ihn direkt in deinen Stromkreis ein.
Das bedeutet für dich:
- Dein Kühlschrank, Router oder Laptop nehmen sich zuerst den Solarstrom.
- Nur was du zusätzlich brauchst, kommt aus dem öffentlichen Netz.
Und was du nicht brauchst? Dazu kommen wir jetzt.
Szenario 1: Du verbrauchst den Strom direkt (Eigenverbrauch)
"Das ist der Idealfall und der wichtigste Punkt beim Thema Strom sparen mit Photovoltaik. Je höher dein Eigenverbrauch, desto mehr Geld sparst du. Warum? Weil du jede selbst verbrauchte Kilowattstunde nicht für aktuell etwa 32 Cent pro kWh einkaufen musst. In der Praxis sind bei Balkonkraftwerken etwa 60 bis 80 % Eigenverbrauch realistisch – je nach Haushalt und Tagesverhalten. Wir rechnen hier konservativ mit 70 % Eigenverbrauch", so Markus Struck.
Szenario 2: Du verbrauchst den Strom nicht – was dann?
"Wenn dein Balkonkraftwerk mehr Strom produziert, als du gerade verbrauchst, passiert Folgendes: Der überschüssige Strom wird automatisch ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Du musst dafür nichts tun. Das passiert physikalisch einfach so – Strom sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands", so Markus Struck.
Je nach Konstellation, bekommst du eine kleine Einspeisevergütung (aber nur, wenn du dein Set bei der Anmeldung als PV-Anlage deklarierst; die Vergütung ist jedoch viel zu gering als dass sich der Mehraufwand lohnt!).
Oder der Strom fließt ohne Vergütung ins Netz (bei sehr kleinen, nicht vergüteten Anlagen). Ganz wichtig: Der Strom geht nicht verloren. Er versorgt einfach deine Nachbarn.
Wie viel Strom erzeugen Sets mit 450 Wp, 500 Wp und 900 Wp pro Jahr?
Die Berechnung ist an sich ganz einfach und als Faustregel gilt in Deutschland: 1 kWp erzeugt ca. 900 bis 1.000 kWh Strom pro Jahr.
Das ist die Berechnung zu einem 450 Wp-Set von Kleines Kraftwerk wie das Single-Komplettset:
- 0,45 kWp × 1.000 kWh = ca. 450 kWh pro Jahr
- Davon 70 % Eigenverbrauch: 450 kWh × 0,7 = 315 kWh selbst genutzt
- Ersparnis bei 32 Cent/kWh: 315 kWh × 0,32 € = 100,80 € pro Jahr
Die restlichen 135 kWh gehen ins Netz.
Das ist die Berechnung zu einem 500 Wp-Set von Kleines Kraftwerk wie das Duo-Komplettset:
- 0,5 kWp × 1.000 kWh = ca. 500 kWh pro Jahr
- 70 % Eigenverbrauch: 500 kWh × 0,7 = 350 kWh selbst genutzt
- Ersparnis: 350 kWh × 0,32 € = 112 € pro Jahr
150 kWh werden eingespeist.
Das ist die Berechnung zu einem 900 Wp-Set von Kleines Kraftwerk wie das Duo-Komplettset:
Das ist die starke Variante für größere Balkone, Dächer oder Fassaden.
- 0,9 kWp × 1.000 kWh = ca. 900 kWh pro Jahr
- 70 % Eigenverbrauch: 900 kWh × 0,7 = 630 kWh selbst genutzt
- Ersparnis: 630 kWh × 0,32 € = 201,60 € pro Jahr
270 kWh gehen ins Netz.
Was passiert also mit dem überschüssigen Strom?
Hier die einfache Antwort:
Er fließt ins öffentliche Netz.
Er versorgt andere Haushalte.
Er reduziert den Bedarf an fossilen Kraftwerken.
Du trägst aktiv zur Energiewende bei.
Und selbst wenn du keine Einspeisevergütung erhältst: Dein größter finanzieller Vorteil entsteht sowieso durch den Eigenverbrauch.
Was passiert mit dem Strom, den ich nicht verbrauche? Kann ich überschüssigen Strom speichern?
Ja – aber bei klassischen Balkonkraftwerken ist das oft (noch) nicht wirtschaftlich.
Ein Batteriespeicher:
- kostet zusätzlich mehrere hundert Euro (die Anker Pro 3 kostet aktuell 999 Euro)
- erhöht den Eigenverbrauch
- verlängert aber die Amortisationszeit
- für viele Nutzer ist es sinnvoller, den Eigenverbrauch clever zu erhöhen, statt zu speichern.
So einfach lässt sich der Eigenverbrauch erhöhen
Hier sind einige Tipps, damit du noch mehr selbst produzierten Strom nutzen kannst:
- Waschmaschine tagsüber laufen lassen
- Geschirrspüler mit Zeitvorwahl starten
- Boiler oder Warmwasserbereitung tagsüber aktivieren
- E-Bike oder Powerbanks tagsüber laden
Smart-Home-Steckdosen einsetzen
"Gerade beim 900 Wp-Set von Kleines Kraftwerk lohnt sich aktives Lastmanagement besonders", so Markus Struck erneut.
Rechnet sich ein Balkonkraftwerk überhaupt?
Die Antwort lautet Ja. Wenn du mit einem 900 Wp-Set rund 200 Euro pro Jahr sparst, hast du in zwei Jahren die Anschaffung wieder drin (zur Erinnerung: das 900 Wp-Set kostet aktuell 399 Euro). Steigt dein Strompreis wieder, steigt auch deine Ersparnis automatisch mit. Du produzierst mit einem 900er-Set deinen Strom für viele Jahre somit praktisch kostenlos.
Mehr über Balkonkraftwerke, Speicher, Wechselrichter und Halterungen
Das war unser Beitrag zum Thema Was passiert mit dem Strom, den ich nicht verbrauche? Wenn du jetzt mit dem Gedanken spielst, deinen Teil zur Energiewende beizutragen und dir ein kleines Balkonkraftwerk zulegen willst, erhältst du hier alle aktuellen Informationen zu Fördergeldern, die aktuell beantragt werden können.