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Smart Meter Light kommt: Bundesregierung übernimmt zentrale Forderung der Steckerspeicher-Petition

2. Juli 2026
Smart Meter Light kommt: Bundesregierung übernimmt zentrale Forderung der Steckerspeicher-Petition - Kleines Kraftwerk
Von Christian Ofenheusle, Senior Inhouse Consultant bei kleines kraftwerk
Was vor wenigen Monaten von Teilen der Politik und Verwaltung noch als technisch kaum umsetzbar abgetan wurde, ist nun offizieller Teil der Regierungsagenda: Die Bundesregierung will künftig für sogenannte optionale Einbaufälle ein kostengünstiges Smart Meter Light einführen.
Im heute veröffentlichten Reformpaket des Koalitionsausschusses heißt es wörtlich: Für Kunden, „die nicht dem verpflichtenden Rollout unterfallen, etablieren wir ein kostengünstiges ‘Smart Meter Light’, mit dem sie kostengünstig und cybersicher ihre Stromrechnung optimieren können.“

Christian Ofenheusle

Senior Inhouse Consultant bei kleines kraftwerk

"Das ist ein bemerkenswerter Schritt – und aus unserer Sicht ein echter Durchbruch."

Wer das Thema verfolgt, weiß: Genau diese Forderung gehört schon seit dem vergangenen Jahr zu den zentralen Anliegen der Steckersolar-Branche. Bereits im Rahmen der Bundestagspetition 177835 zur Entbürokratisierung von Kleinspeichern hatte etwa der Bundesverband Steckersolar gemeinsam mit Andreas Schmitz (Akkudoktor) und der AG Balkonkraftwerk darauf hingewiesen, dass die Energiewende im Niederspannungsnetz nur dann effizient gelingen kann, wenn auch kleine Haushalte Zugang zu intelligenten, aber bezahlbaren Messsystemen erhalten.

Das Problem war bislang offensichtlich

Das deutsche Smart-Meter-System ist extrem teuer, komplex und regulatorisch überfrachtet. Für Haushalte mit Wärmepumpe oder Wallbox mag der Einsatz der heutigen intelligenten Messsysteme sinnvoll sein.

"Für Millionen Haushalte mit Balkonkraftwerk, Kleinspeicher oder einfachem Energiemanagement war diese Infrastruktur dagegen bislang faktisch unzugänglich.Dabei liegt genau dort ein enormes Potenzial", so Christian Ofenheusle weiter.
Allein im Bereich der Klein- und Heimspeicher stehen bereits heute viele Gigawattstunden an dezentraler Speicherkapazität bereit. Diese Speicher könnten überschüssigen Solarstrom lokal aufnehmen und in Zeiten hoher Netzlast gezielt wieder abgeben. Damit würden sie nicht nur die Stromrechnung der Nutzer senken, sondern gleichzeitig die Verteilnetze entlasten.
Genau dafür braucht es jedoch zwei Dinge: Erstens variable Preissignale wie dynamische Netzentgelte. Zweitens eine praktikable Messinfrastruktur.

Bereits im Oktober 2025 hatten die Petenten im Bundestagsausschuss deutlich gemacht, dass dafür kein vollausgebautes deutsches Premium-Smart-Meter-System in jedem Haushalt erforderlich ist.

Die Position war klar: Für freiwillige Teilnehmer an flexibilitätsorientierten Tarifen reicht ein deutlich einfacherer, kostengünstiger und europarechtskonformer Ansatz – eben ein Smart Meter Light.
Damals erklärten Vertreter des Wirtschaftsministeriums noch, ein solcher Ansatz sei technisch nicht realistisch. Wenige Monate später begann sich das Blatt zu wenden. Erst signalisierte Energieministerin Katherina Reiche Offenheit für vereinfachte intelligente Messsysteme. Kurz darauf äußerte sich auch Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller positiv.

Nun ist klar: Der politische Durchbruch ist gelungen

Besonders wichtig ist dabei, dass Smart Meter Light ausdrücklich für optionale Einbaufälle vorgesehen ist. Gemeint sind genau jene Millionen Haushalte, die bislang nicht zum verpflichtenden Smart-Meter-Rollout gehören – also insbesondere kleinere Prosumenten, Haushalte mit Balkonkraftwerken, Steckerspeichern und kleineren Heimspeichern.
Damit entsteht erstmals die reale Chance, Millionen Bürgerinnen und Bürger aktiv in die netzdienliche Flexibilisierung des Energiesystems einzubinden – freiwillig, kostengünstig und ohne unnötige Bürokratie.

Entscheidend wird nun die konkrete Ausgestaltung

"Ein Smart Meter Light darf nicht einfach nur ein abgespecktes Smart Meter mit fast denselben Kosten werden. Es muss tatsächlich einfacher, günstiger und schneller ausrollbar sein. Nur dann kann es den dringend benötigten Digitalisierungsschub im Niederspannungsnetz auslösen. Die Richtung stimmt jedenfalls", so Christian Ofenheusle. 

"Nach Jahren der Diskussion bewegt sich Deutschland endlich auf ein System zu, das in vielen anderen europäischen Ländern längst Realität ist: intelligente, pragmatische und bezahlbare Digitalisierung als Grundlage für die Energiewende von unten."