Kann ein Solarkabel zu dick sein?
Frage des Tages
Die kurze Antwort
Elektrisch gesehen kann ein Solarkabel kaum „zu dick“ sein. Ein größerer Kabelquerschnitt besitzt einen geringeren elektrischen Widerstand. Dadurch können Leitungsverluste sinken.
Trotzdem gilt nicht automatisch: je dicker, desto besser. Ein Kabel muss vor allem zu den verwendeten Steckverbindern, Anschlüssen und zum Balkonkraftwerk passen. Ein unnötig großer Querschnitt macht das Kabel schwerer, weniger flexibel und teurer, ohne bei kurzen Leitungswegen einen nennenswerten Vorteil zu bringen.
Warum ist das so?
Beim Solarkabel bezeichnet die Angabe in mm² den Querschnitt des elektrischen Leiters, nicht den Außendurchmesser des kompletten Kabels.
Je größer dieser Leiterquerschnitt ist, desto geringer ist bei gleicher Länge sein elektrischer Widerstand. Das ist besonders bei langen Kabelwegen interessant, denn über jede Leitung geht ein kleiner Teil der Energie verloren.
Für ein typisches Balkonkraftwerk muss deshalb aber nicht automatisch ein besonders dickes Kabel verwendet werden.
Das solltest du beachten
Achte nicht nur auf den Querschnitt, sondern auf das gesamte Kabelsystem. Solarkabel, Steckverbinder und Anschlüsse müssen zueinander passen. Für die DC-Verbindung zwischen Solarmodul und Wechselrichter beziehungsweise Speicher findest du bei kleines kraftwerk beispielsweise vorkonfektionierte 4-mm²-Solarkabel mit MC4-Steckern.
Ein 10-Meter-Kabelpaar besteht dabei aus einer Plus- und einer Minusleitung mit jeweils 10 Metern Länge. Auch für größere Abstände gibt es beispielsweise 20-Meter-Solarkabel.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Solarkabel und Stromanschlusskabel. Das Solarkabel transportiert Gleichstrom auf der DC-Seite der Anlage. Das Anschlusskabel verbindet dagegen den Wechselrichter mit dem Hausnetz.
Bei den aktuellen Anschlusskabeln mit Betteri BC01 verwendet kleines kraftwerk eine H07RN-F-Leitung mit 3 × 1,5 mm². Hoymiles-Wechselrichter der HMS- beziehungsweise HiFlow-Reihe benötigen dagegen den passenden BC05 Field Connector.
Die beste Regel lautet deshalb: Wähle nicht einfach das dickste Kabel, sondern das Kabel, das für dein System vorgesehen ist. Und nimm nur so viel Kabellänge, wie du für eine saubere Installation tatsächlich benötigst.
Das Fazit
Solarstrom kann auch länger im Batteriespeicher bleiben, allerdings nicht völlig verlustfrei. Für ein Balkonkraftwerk ist der Speicher deshalb vor allem ein Zeitverschieber: Er nimmt überschüssige Energie tagsüber auf und stellt sie abends oder nachts wieder bereit.
Welche Speichergröße sinnvoll ist, hängt von deinem Ertrag und deinem Verbrauch ab. Ebenso wichtig sind die passenden Kabel: 4-mm²-Solarkabel mit MC4-Steckern auf der DC-Seite und das zum jeweiligen System passende AC-Anschlusskabel. Ein gut abgestimmtes System sorgt dafür, dass möglichst viel deines Solarstroms genau dann verfügbar ist, wenn du ihn brauchst.
Weitere Fragen rund um Balkonkraftwerke, Speicher und Solartechnik beantworten wir ausführlich in unserem Online-Magazin.




