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Stromsteuer soll sinken: Was das für Balkonkraftwerke und Speicher bedeutet

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Veröffentlicht 13. Oktober 2026
Stromsteuer soll sinken: Was das für Balkonkraftwerke und Speicher bedeutet - Kleines Kraftwerk

Bundeskanzler Friedrich Merz will die Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestmaß senken. Private Haushalte könnten dadurch jährlich mehrere Dutzend Euro weniger für Strom bezahlen. Doch was bedeutet eine solche Entlastung für Menschen, die bereits mit einem Balkonkraftwerk eigenen Strom erzeugen? Und verändert ein niedrigerer Strompreis auch die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers? Wir haben nachgerechnet.

Stromsteuer für alle: Was die Bundesregierung jetzt plant

Die Senkung der Stromsteuer beschäftigt die Bundesregierung schon länger. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD war vereinbart worden, die Steuer möglichst für alle auf das europäische Mindestniveau zu reduzieren. Zum 1. Januar 2026 wurde die Entlastung allerdings nur für bestimmte Wirtschaftsbereiche dauerhaft umgesetzt. Dazu gehören das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft.

Private Haushalte zahlen dagegen weiterhin den regulären Stromsteuersatz von 2,05 Cent pro Kilowattstunde (kWh).


Am 12. Oktober 2026 kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz erneut an, die Stromsteuer auch für Verbraucher senken zu wollen. Voraussetzung seien ausreichende finanzielle Spielräume im Bundeshaushalt. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil äußerte jedoch Zweifel, ob eine dauerhafte Entlastung finanzierbar wäre.

Wichtig

Die Stromsteuersenkung für private Haushalte ist bislang nicht beschlossen. Auch ein verbindlicher Termin für die Einführung steht noch nicht fest.

Unabhängig davon profitieren Haushalte 2026 bereits von staatlichen Zuschüssen zu den Übertragungsnetzentgelten. Diese Maßnahme ist jedoch nicht mit einer Senkung der Stromsteuer gleichzusetzen.

Wie viel Geld könnten Haushalte durch die Stromsteuersenkung sparen?

Der aktuelle Stromsteuersatz beträgt 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Das europäische Mindestmaß für private Verbraucher liegt bei 0,1 Cent.


Bei einer entsprechenden Senkung würde die Steuer somit um 1,95 Cent pro Kilowattstunde sinken. Unter Berücksichtigung der Umsatzsteuer ergibt sich eine rechnerische Entlastung von rund 2,32 Cent pro Kilowattstunde.


Das Vergleichsportal Verivox hat am 13. Oktober 2026 berechnet, welche Auswirkungen dies auf unterschiedliche Haushalte hätte:

Bei einem jährlichen Stromverbrauch von 1.500 kWh könnten Haushalte rund 34,81 Euro sparen, bei 2.800 kWh wären es 64,97 Euro, bei 4.000 kWh etwa 92,82 Euro und bei 5.000 kWh sogar 116,03 Euro pro Jahr, vorausgesetzt, die Stromsteuersenkung wird beschlossen und vollständig an die Verbraucher weitergegeben.

Die Berechnung setzt voraus, dass die Steuerentlastung vollständig bei den Verbrauchern ankommt und andere Preisbestandteile unverändert bleiben. Wie sich die tatsächliche Stromrechnung entwickelt, hängt weiterhin vom jeweiligen Tarif, dem Netzgebiet und weiteren Kostenbestandteilen ab.


Für einen Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch wären demnach rund 93 Euro Entlastung möglich. Doch dieser Wert gilt nur, wenn die gesamten 4.000 kWh aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen werden.

Was bedeutet eine niedrigere Stromsteuer für Balkonkraftwerke?

Wer ein Balkonkraftwerk betreibt, deckt bereits einen Teil des Strombedarfs mit selbst erzeugter Energie. Für jede direkt genutzte Kilowattstunde Solarstrom muss entsprechend weniger Strom aus dem öffentlichen Netz gekauft werden. Dabei gibt es einen wichtigen steuerlichen Unterschied: Selbst erzeugter und selbst verbrauchter Solarstrom aus einem üblichen Balkonkraftwerk ist unter den Voraussetzungen des § 9 Stromsteuergesetz bereits von der Stromsteuer befreit.


Eine Senkung der Stromsteuer wirkt sich deshalb nur auf den Strom aus, den du weiterhin aus dem Netz beziehst.

Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied:

Ein Haushalt benötigt jährlich 4.000 kWh Strom. Sein Balkonkraftwerk deckt davon 500 kWh durch direkt genutzten Solarstrom. Der Netzbezug sinkt somit auf 3.500 kWh. Ohne Balkonkraftwerk würde die angekündigte Steuerreduzierung rechnerisch 92,82 Euro pro Jahr ausmachen. Mit den 500 kWh selbst genutztem Solarstrom wären es noch 81,22 Euro.


Das klingt zunächst nach einem Nachteil. Tatsächlich hat der Haushalt aber bereits 500 kWh Netzstrombezug vermieden. Die mögliche Steuerentlastung fällt lediglich deshalb niedriger aus, weil weniger steuerpflichtiger Strom eingekauft wird.


Würde der Strompreis bei vollständiger Weitergabe der Steuersenkung um 2,32 Cent pro Kilowattstunde sinken, verringerten sich die vermiedenen Strombezugskosten für diese 500 kWh um rund 11,60 Euro jährlich. Das Balkonkraftwerk verliert dadurch nicht seinen Nutzen. Der finanzielle Wert des Eigenverbrauchs sinkt jedoch geringfügig.

Wichtig: Wie stark sich ein niedrigerer Strompreis auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt, hängt unter anderem von deinem Eigenverbrauch ab. In unserem Ratgeber erklären wir ausführlich, wann sich ein Balkonkraftwerk rechnet.

Und wie verändert sich die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers?

Bei einem Balkonkraftwerk ohne Speicher wird der erzeugte Solarstrom vor allem dann genutzt, wenn er unmittelbar im Haushalt benötigt wird. Ein Batteriespeicher kann überschüssige Energie zwischenspeichern und später bereitstellen, beispielsweise abends.

Dadurch lässt sich der Eigenverbrauch erhöhen und der Netzbezug weiter reduzieren.


Nehmen wir an, der Haushalt aus unserem Beispiel kann mit einem Speicher zusätzlich 200 kWh Solarstrom pro Jahr tatsächlich nutzen. Sein Netzbezug sinkt dadurch von 3.500 auf 3.300 kWh.

Die mögliche Entlastung durch die Stromsteuersenkung würde damit auf rund 76,58 Euro jährlich zurückgehen. Gleichzeitig ersetzt der Speicher weitere 200 kWh Netzstrom.


Allerdings gilt auch hier: Je niedriger der Strompreis, desto geringer ist der finanzielle Vorteil jeder zusätzlich selbst genutzten Kilowattstunde Solarstrom.

Ob sich ein Batteriespeicher wirtschaftlich rechnet, hängt deshalb von mehreren Faktoren ab:

Anschaffungskosten und nutzbare Speicherkapazität

tatsächlich zusätzlich nutzbarer Solarstrommenge

Lade- und Entladeverlusten sowie Eigenverbrauch des Speichers

Stromtarif und künftigem Strompreis

Lebensdauer und Nutzungsverhalten

„Ein größerer Speicher ist dabei nicht automatisch die bessere Wahl. Entscheidend ist, wie viel Solarstrom regelmäßig für einen späteren Verbrauch zur Verfügung steht", sagt Christian Ofenheusle, Head of Regularity & Public Affairs bei kleines kraftwerk.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk auch bei sinkender Stromsteuer?

Eine niedrigere Stromsteuer würde den wirtschaftlichen Nutzen von selbst verbrauchtem Solarstrom etwas reduzieren. Das bedeutet aber nicht, dass Balkonkraftwerke oder Batteriespeicher grundsätzlich unwirtschaftlich werden. Die angekündigte Senkung betrifft schließlich nur einen Bestandteil des Strompreises. Hinzu kommen unter anderem Beschaffungskosten, Netzentgelte und weitere Abgaben. Auch diese können sich verändern.

„Wer über ein Balkonkraftwerk nachdenkt, sollte deshalb nicht allein auf den aktuellen Strompreis schauen. Viel wichtiger sind der mögliche Solarertrag am Standort, die Ausrichtung der Module und die Frage, wie viel Strom im eigenen Haushalt tatsächlich genutzt werden kann. Bei einem Batteriespeicher kommt hinzu, ob ausreichend überschüssiger Solarstrom vorhanden ist, um die zusätzliche Investition sinnvoll zu nutzen", sagt Markus Struck, Geschäftsführer von kleines kraftwerk.

Fazit

Eine Stromsteuersenkung wäre eine mögliche finanzielle Entlastung für private Haushalte. Für Betreiber von Balkonkraftwerken würde sie den Wert des selbst genutzten Solarstroms etwas verringern, aber nicht dessen grundsätzlichen Nutzen verändern. Entscheidend bleibt, wie gut Stromerzeugung, Verbrauch und gegebenenfalls Speicherung zusammenpassen.

Marion Helmes

Marion Helmes

Autor/in

Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in renommierten Verlagshäusern und der Unternehmenskommunikation bringt Marion umfassendes Kommunikations-Know-how in die Redaktion von kleines kraftwerk ein. Seit 2025 schreibt sie über erneuerbare Energien und begleitet die Energiewende mit fundierten Ratgebern und praxisnahen Beiträgen.

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