Kann Deutschland zu viel Solarstrom haben?
Frage des Tages
Die kurze Antwort
Ja, aber nur zeitweise. Deutschland kann an sonnigen Tagen in einzelnen Stunden mehr Solarstrom erzeugen, als gleichzeitig benötigt oder über das Stromnetz sinnvoll verteilt werden kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass Deutschland grundsätzlich zu viele Solaranlagen hat. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen. Dafür braucht es unter anderem leistungsfähige Stromnetze, Speicher und Verbraucher, die Strom gezielt dann nutzen können, wenn besonders viel davon verfügbar ist.
Warum ist das so?
Und was bedeutet das für Balkonkraftwerke?
Ein einzelnes Balkonkraftwerk ist für solche Solarspitzen kaum entscheidend. Der erzeugte Strom wird zunächst direkt im eigenen Haushalt verbraucht. Nur der Teil, den du gerade nicht benötigst, fließt ins öffentliche Netz. Du kannst deshalb selbst dazu beitragen, möglichst viel Solarstrom direkt zu nutzen. Waschmaschine, Geschirrspüler oder andere geeignete Geräte können beispielsweise bevorzugt tagsüber laufen. Ein Speicher kann überschüssigen Strom aufnehmen und später am Abend wieder abgeben. Das erhöht den Anteil des selbst genutzten Solarstroms und reduziert gleichzeitig die Einspeisung während besonders sonniger Stunden.
Das Fazit
Deutschland kann zu bestimmten Zeiten mehr Solarstrom haben, als unmittelbar benötigt oder transportiert werden kann. Das ist bereits heute Realität und zeigt sich unter anderem an negativen Strompreisen und zeitweisen Eingriffen in die Stromerzeugung.
Die Lösung besteht aber nicht darin, grundsätzlich weniger Solarstrom zu erzeugen. Entscheidend ist, dass Stromnetze, Speicher und flexible Verbraucher mit dem Ausbau Schritt halten. Je besser sich Erzeugung und Verbrauch aufeinander abstimmen lassen, desto mehr Solarstrom kann sinnvoll genutzt werden.


