Warum unterscheiden sich zwei Balkonkraftwerke mit gleicher Leistung in der Ersparnis?
Frage des Tages
Unsere „Frage des Tages“ ist eine einzigartige Rubrik rund um Balkonkraftwerke, Speicher und Solartechnik. Wir beantworten die Fragen, die in der Praxis wirklich zählen – verständlich, fundiert und auf den Punkt.
Die kurze Antwort
Weil die angegebene Leistung allein nichts darüber sagt, wie viel Solarstrom tatsächlich erzeugt und selbst genutzt wird. Zwei Balkonkraftwerke mit beispielsweise 800 Watt Wechselrichterleistung können deshalb unterschiedlich viel Strom produzieren und unterschiedlich hohe Kosten einsparen. „Entscheidend sind vor allem Standort, Ausrichtung, Verschattung, Eigenverbrauch und Strompreis," sagt Markus Struck, Geschäftsführer von kleines kraftwerk.
Warum ist das so?
Die Leistung eines Balkonkraftwerks wird häufig mit der maximalen Wechselrichterleistung angegeben. Sie sagt aber nicht, wie viele Kilowattstunden die Module im Jahresverlauf erzeugen. Ein nach Süden ausgerichtetes und geneigtes Balkonkraftwerk erzielt meist einen höheren Ertrag als eine senkrecht montierte Anlage am Ost- oder Westbalkon. Teilverschattung durch Gebäude, Bäume oder das Balkongeländer kann die Erzeugung zusätzlich reduzieren.
Auch die Module selbst können sich unterscheiden: Wirkungsgrad, Temperaturverhalten und ihre tatsächliche Ausrichtung beeinflussen den Ertrag. Selbst bei gleicher Nennleistung können daher unterschiedliche Mengen Solarstrom entstehen.
Für die finanzielle Ersparnis ist außerdem wichtig, wie viel des Solarstroms direkt im Haushalt verbraucht wird. Läuft die Anlage hauptsächlich mittags, während niemand zu Hause ist, wird ein größerer Teil des Stroms nicht genutzt. Eine Ost-West-Anlage kann trotz etwas geringerem Jahresertrag wirtschaftlich interessant sein, wenn sie besser zu den Verbrauchszeiten passt.
Das solltest du beachten
- Vergleiche nicht nur die Wattzahl, sondern auch den erwarteten Jahresertrag in Kilowattstunden (nutze dazu unseren kostenlosen Ertragsrechner).
- Prüfe Ausrichtung, Neigung und mögliche Verschattungen am Montageort.
- Berücksichtige deinen Stromverbrauch tagsüber und die Eigenverbrauchsquote.
- Ein Stromspeicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, verursacht aber zusätzliche Anschaffungskosten.
- Die tatsächliche Ersparnis berechnet sich aus dem selbst genutzten Solarstrom und deinem Strompreis – nicht aus der Gesamtproduktion.
Das Fazit
„Gleiche Leistung bedeutet nicht automatisch gleiche Ersparnis. Das bessere Balkonkraftwerk ist nicht zwingend das mit dem höchsten Wattwert, sondern das, das an deinem Standort möglichst viel Strom erzeugt und zu deinen Verbrauchszeiten liefert“, so Markus Struck abschließend.
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