Du hast ein Balkonkraftwerk, aber die meiste Energie produziert es genau dann, wenn du gar nicht zu Hause bist? Dann ist die Nachteinspeisung das Thema, das deinen Eigenverbrauch wirklich auf das nächste Level hebt.
Das Inhaltsverzeichnis
Wir bei Kleines Kraftwerk erklären dir, wie das funktioniert, was du dafür brauchst und warum es sich lohnt.
Was ist Balkonkraftwerk Nachteinspeisung – einfach erklärt
Stell dir vor, dein Balkonkraftwerk produziert mittags fleißig Strom, aber du bist im Büro. Der erzeugte Strom fließt sofort ins Hausnetz, und weil gerade niemand da ist, um ihn zu verbrauchen, geht er ungenutzt ins öffentliche Netz. Du sparst also nichts.
"Genau hier setzt die Balkonkraftwerk-Nachteinspeisung an: Statt den erzeugten Solarstrom direkt abzugeben, wird er zunächst in einer Batterie gespeichert und steht dir genau dann zur Verfügung, wenn du ihn brauchst – etwa abends oder nachts“, erklärt Markus Struck, Geschäftsführer von Kleines Kraftwerk.
Das Prinzip ist simpel:
- Tagsüber erzeugen deine Solarmodule Strom
- Der Strom lädt einen angeschlossenen Speicher
- Der Speicher stellt den gespeicherten Strom genau dann zur Verfügung, wenn deine Geräte ihn benötigen.
- Deine Grundlastverbraucher (wie Kühlschrank, Router, Stehlampe) laufen auf deinen eigenen Solarstrom
Kurz gesagt: Die Balkonkraftwerk Nachteinspeisung ist zeitversetzter Eigenverbrauch. Du produzierst, wenn die Sonne scheint, und verbrauchst, wenn du zu Hause bist.
Mit oder ohne Speicher? Der entscheidende Unterschied
Manchmal liest man, dass Nachteinspeisung auch ohne Speicher funktioniert, beispielsweise durch spezielle Wechselrichter-Einstellungen. Das klingt verlockend, ist in der Praxis aber kaum relevant. Ohne Speicher kann Strom nicht wirklich "aufgehoben" werden. Er fließt immer sofort. Wer echte Nachteinspeisung will, braucht einen Balkonkraftwerk-Speicher. Erst dann lässt sich tagsüber überschüssiger Strom zwischenspeichern und nachts gezielt nutzen.
Beim Laden des Speichers hast du dabei zwei Strategien zur Wahl:
- Alles speichern: Der gesamte erzeugte Strom geht zuerst in den Speicher. Er lädt schneller und steht abends vollständig zur Verfügung. Tagsüber läuft dein Haushalt weiterhin über das Netz – du profitierst erst nachts
- Nur den Überschuss speichern: Deine laufenden Verbraucher (also deine Grundlast) werden tagsüber direkt vom Balkonkraftwerk versorgt. Was übrig bleibt, füllt den Speicher. Nachts steht etwas weniger Energie zur Verfügung, aber du sparst auch tagsüber Netzstrom.
Welche Strategie besser zu dir und deinen Bedürfnissen passt, hängt von deinem Verbrauchsprofil und davon ab, wann du zu Hause bist.
Welcher Speicher eignet sich für die Nachteinspeisung?
Wir empfehlen bei Kleines Kraftwerk Speichersysteme, die folgende Funktionen mitbringen:
Intelligente Steuerung per App: Du willst wissen, wie voll dein Speicher ist und wie viel Strom du bereits gespart hast. Eine gute App gibt dir diese Transparenz in Echtzeit.
Modulare Erweiterbarkeit: Dein Verbrauch kann sich ändern, beispielsweise durch ein E-Auto, eine neue Wärmepumpe oder einfach mehr Solarmodule. Ein modularer Speicher wächst mit.
Notstromfunktion: Dies ist ein echter Bonus, denn bei einem Stromausfall können ausgewählte Geräte weiter versorgt werden. Das funktioniert jedoch nur bei Speichersystemen mit integrierter Notstrom- oder Backup-Funktion und entsprechendem Anschluss (z. B. Notstromsteckdose).
Ein Speicher, der all das vereint und sich in vielen Tests und Praxiserfahrungen als sehr leistungsstarke Lösung etabliert hat, ist die Anker SOLIX Solarbank 3 Pro. Mit 2,7 kWh Startkapazität (übrigens erweiterbar auf bis zu 16 kWh), KI-gestützter Steuerung (Anker Intelligence) und integrierter Notstromfunktion ist sie für viele typische Anwendungsfälle geeignet.
Wie groß muss der Speicher sein?
"Die richtige Speichergröße hängt von der Grundlast ab", so Markus Struck erneut.
Dies sind typische Grundlastverbraucher:
- Kühlschrank: ca. 30 bis 50 Watt
- WLAN-Router: ca. 5 bis 15 Watt
- Fritzbox/Heimnetzwerk: ca. 10 bis 20 Watt
Es gibt eine einfache Faustregel: Pro 100 Watt Grundlast brauchst du rund 1 kWh Speicherkapazität, um eine Nacht (ca. 8 bis 10 Stunden) autark zu überbrücken. Ein Haushalt mit 150 Watt Grundlast kommt mit einem 1,5-kWh-Speicher gut durch die Nacht. Wer abends noch Fernseher, Licht und Laptop nutzt, sollte mindestens 2 bis 3 kWh einplanen.
Ein Hinweis: Aufgrund von Wirkungsgradverlusten (von ca. 10–20 %) und einer Entladetiefe sind effektiv eher 0,8 bis 0,9 kWh nutzbar.
Balkonkraftwerk Nachteinspeisung: Dies sind die Vorteile
- Höherer Eigenverbrauch, weniger Netzstrom: Du kaufst weniger Strom vom Versorger – Monat für Monat. Das macht sich auf der Jahresrechnung deutlich bemerkbar.
- Du nutzt deinen Solarstrom genau dann, wenn du ihn brauchst: Die meisten Menschen sind tagsüber nicht zu Hause. Mit Nachteinspeisung nutzt du deinen Solarstrom in deinen tatsächlichen Verbrauchszeiten – abends und nachts.
- Du kannst deine Grundlast zuverlässig abdecken: Kühlschrank, Router und Co. laufen die ganze Nacht auf deinem eigenen Strom. Kein Bezug aus dem Netz für Dauerverbraucher.
- Kürzere Amortisierungszeit: Wer mehr Eigenverbrauch hat, spart mehr. Ein Speicher kann sich somit schneller rechnen – je nach Nutzung.
- Mehr Unabhängigkeit: Du bist weniger auf Strompreisschwankungen angewiesen. Mit einem guten Speicher kommt ein höherer Autarkiegrad auch für Mieter in greifbare Nähe.
- Nachhaltigkeit: Mehr selbst genutzter Solarstrom bedeutet weniger CO₂-Emissionen durch Netzstrom aus fossilen Quellen.
Fazit: Lohnt sich die Nachteinspeisung?
Ja, wenn du tagsüber meist nicht zu Hause bist. Wer sein Balkonkraftwerk ohne Speicher betreibt, lässt einen großen Teil des möglichen Einsparpotenzials ungenutzt. Die Kombination aus Balkonkraftwerk und einem passenden Speicher macht aus einem einfachen Solar-Stecker-System eine deutlich leistungsfähigere Eigenversorgung, die dich rund um die Uhr unterstützt.
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Häufige Fragen zur Balkonkraftwerk Nachteinspeisung
Im folgenden Abschnitt gehen wir auf weitere Fragen ein, die du zu diesem Thema haben könntest.
Kann ein Balkonkraftwerk ohne Speicher nachts einspeisen?
Nein, wie bereits im Artikel erwähnt, gibt ein kleines Kraftwerk ohne Speicher gibt den erzeugten Strom sofort ab. Eine zeitversetzte Einspeisung ist technisch nicht möglich. Für echte Nachteinspeisung brauchst du zwingend einen kompatiblen Batteriespeicher.
Wie viel Strom kann ich durch Nachteinspeisung sparen?
Das hängt von deiner Grundlast und Speichergröße ab. Wer eine Grundlast von 150 Watt hat und einen 2-kWh-Speicher nutzt, kann pro Nacht bis zu 1,2 bis 1,5 kWh Netzstrom einsparen. Aufs Jahr gerechnet sind das 400 500 kWh (je nach Strompreis sind die zwischen 120 und 180 Euro).
Welche Geräte kann ich nachts mit dem Speicher betreiben?
Typische Grundlastverbraucher wie Kühlschrank, WLAN-Router, Fritzbox, Standby-Geräte und Beleuchtung lassen sich problemlos über die Nacht mit Speicherstrom versorgen. Hochverbraucher wie Wasserkocher oder Herd sind für Balkonkraftwerk-Speicher nicht geeignet.
Muss ich für die Nachteinspeisung etwas an meinem Balkonkraftwerk umbauen?
Nein. Du ergänzt dein bestehendes Balkonkraftwerk einfach um einen kompatiblen Speicher. Dieser wird zwischen die Solarmodule und die Steckdose geschaltet und übernimmt automatisch das Laden und Einspeisen. Eine App-Steuerung erlaubt dir darüber hinaus individuelle Einstellungen.
Ist die Nachteinspeisung auch für Mieter geeignet?
Ja. Balkonkraftwerke mit Speicher sind explizit für Mieter konzipiert. Du brauchst keine baulichen Veränderungen – der Speicher steht einfach auf dem Balkon oder im Zimmer und wird per Steckdose angeschlossen. Seit der Gesetzesänderung 2024 haben Mieter sogar ein Recht darauf, ein Balkonkraftwerk zu betreiben. Solltest du einen Vordruck benötigen, den du deinem Vermieter zukommen lassen möchtest, findest du hier ein Anschreiben.
Mehr Beiträge zu Balkonkraftwerken, Speicher, Wechselrichter und Co.
Das war unser Beitrag zum Thema Balkonkraftwerk Nachteinspeisung. Solltest du weitere Fragen haben, bist du in unserem Online-Magazin an der richtigen Stelle.
Dort erfährst du beispielsweise, wie du dein kleines Kraftwerk im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur anmelden kannst und auch, mit wie viel Ertrag du mit einem 960 Wp-Balkonkraftwerk realistisch rechnen kannst.