Während viele Verbraucher hierzulande noch über hohe Stromrechnungen jammern, haben schon über 1,2 Millionen Deutsche clever nachgelegt und ihr eigenes kleines Kraftwerk installiert. Die Marktstammdatenregister-Zahlen (MaStR) zeigen: Bis zum Jahr 2023 gab es 348.296 angemeldete Balkonkraftwerke. 2024 kamen satte 399.140 neue dazu. Das war ein großer Sprung von etwa 49 % auf den Ist-Bestand von 2024. Und das vergangene Jahr toppte dies alles mit 462.269 weiteren Anlagen, was einem ordentlichen Plus von 15,8 % entspricht.
Warum der Zuwachs an Balkonkraftwerken explodiert: 3 Gründe
Wir zeigen in diesem Ratgeberbeitrag auf, was den erneuten Boom ausgelöst hat und wieso kleine Kraftwerke auch 2026 auf weiteren Flachdächern, Balkonen, Gärten und Co. hinzukommen werden.
- Vereinfachte Regeln und 800-Watt-Limit: Seit 2024 gilt die Erhöhung von 600 auf 800 Watt Einspeisung, plus simplere Anmeldung. All dies hat den Einstieg für Verbraucher massiv erleichtert und den Zuwachs verdoppelt.
- Hohe Strompreise und Eigenverbrauchsfrust: Bei 35 bis 45 Cent/kWh lohnt sich die Produktion eigenen Stroms mehr und mehr. Ebenso treibt das steigende Bewusstsein für die Energiewende viele Verbraucher an.
- Stark fallende Preise: Gute Komplettsets mit 450 Wp oder 2000 Wp kosten aktuell nur noch 300 bis 700 Euro (je nach Größe, ohne Speicher).
Branchenverbände rechnen deshalb mit weiteren Hunderttausenden neuer Balkonkraftwerke im Jahr 2026, wodurch die Gesamtzahl der registrierten Anlagen deutlich über die Marke von 1,5 Millionen steigen dürfte.
"Durch die breite Verteilung über alle Bundesländer hinweg, von Großstädten wie Berlin und Hamburg bis zu ländlich geprägten Regionen wie Sachsen‑Anhalt oder Mecklenburg‑Vorpommern, entsteht eine besonders bürgernahe Form der dezentralen Stromerzeugung. Die aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur unterstreichen damit, dass Balkonkraftwerke längst kein Nischenprodukt mehr sind, sondern ein zentraler Baustein auf dem Weg zu einem klimaneutralen und verbrauchernahen Energiesystem", so Christian Ofenheusle, Senior Inhouse Consultant bei Kleines Kraftwerk.
Der Beitrag kleiner Kraftwerke zur Energiewende
Bei über 1,2 Millionen Anlagen (Stand Januar 2026) liegt die installierte Leistung der Balkonkraftwerke bei ca. 0,96–1,0 GWp (also 960–1.000 Megawatt-Peak (MWp).
Das ist im Vergleich zu 107–114 GWp Gesamt-Solarleistung in Deutschland gering, trägt aber dezentral zur Energiewende bei.
Trotz ihres geringen Gesamtanteils (ca. 1–2 TWh/Jahr Erzeugung) fördern Balkonkraftwerke Eigenverbrauch und die breite Akzeptanz und sie sind somit ideal für alle Mieter und Eigenheimbesitzer.
Sie dezentralisieren das Netz und senken die Spitzenlasten und ergänzen so große Anlagen perfekt.
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Das war unser Beitrag zum Thema Warum der Zuwachs an Balkonkraftwerken explodiert. Wenn du jetzt mit dem Gedanken spielst, deinen Teil zur Energiewende beizutragen und dir ein kleines Balkonkraftwerk zulegen möchtest, erhältst du hier alle aktuellen Informationen zu Fördergeldern, die beantragt werden können.